Das E-Rezept für Deutschland

Die Testphase hat am 01.07.2021 begonnen

Für Apotheken

Welche Voraussetzungen müssen für die Teilnahme erfüllt werden?

Folgende technische Komponenten benötigen Sie, um an der Testphase in der Fokusregion Berlin-Brandenburg teilzunehmen: elektronischer Heilberufsausweis (HBA) für alle angestellten Apothekerinnen und Apotheker SMC-B Karte für jede Apothekenbetriebsstätte ein Kartenterminal (zunächst genügt ein Terminal für den HBA und die SMC-B) Update des Konnektors (muss die Stapel- oder Komfortsignatur unterstützen) ggf. Beschaffung zusätzlicher Scanner für HV-Tisch (Securpharm Scanner sind geeignet) Warenwirtschaftssystem, das die E-Rezept-Funktionalitäten unterstützt

Folgende Softwareanbieter nehmen an der Testphase teil:

  • Pharmatechnik - IXOS
  • awinta - PROKAS, awintaONE, INFOPHARM, jump
  • PRISMA - aposoft
  • CGM Lauer - WINAPO® ux
  • ADG - ADG Warenwirtschaft
  • ADV

Wer kann mitmachen und wie kann ich mich anmelden?

Grundsätzlich kann jede Apotheke teilnehmen, die an die Telematikinfrastruktur angeschlossen ist und deren Warenwirtschaftssystem E-Rezepte, die der gematik-Spezifikation entsprechen, verarbeiten kann. Eine Teilnahme ist aber nur dann sinnvoll, wenn auch wirklich E-Rezepte in der Apotheke ankommen und somit Test- bzw. Versorgungsfälle entstehen, die evaluiert werden können. Daher muss nach den Erfahrungen aus den bisherigen Modellprojekten eine Arztpraxis in der Nähe der Apotheke technisch in der Lage und dazu bereit sein, E-Rezepte auszustellen, die der gematik-Spezifikation entsprechen. Apotheken in der Fokusregion Berlin und Brandenburg, die an der Testphase teilnehmen möchten, können ihr Interesse ab dem 6. Juni 2021 unter www.mein-apothekenportal.de durch Aktivierung des Schalters „E-Rezept-Testphase“ im Bereich der Erfassung/Änderung von Betriebsstätte/n anmelden. Wichtig ist, dass zu der Apothekenbetriebsstätte insbesondere auch die Angaben zum Warenwirtschaftssystem und zur Rezeptabrechnungsstelle hinterlegt sind. Eine Teilnahme der Apotheke während der Testphase wird jedoch nur möglich sein, wenn eine Arztpraxis in der Nähe der Apotheke ebenfalls teilnimmt. Sobald dies der Fall ist, werden die umliegenden Apotheken vom BAV, dem Apothekerverband Brandenburg bzw. über das Projektbüro aktiv angesprochen.

Häufig gestellte Fragen

Kategorie
Apotheken, E-Rezept
07.06.2021
Welche Punkte sollten Apothekeninhaber:innen möglichst zum 1. Juli 2021, spätestens jedoch zum 1. Oktober 2021 abgehakt haben?
  • Die Apotheke ist an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen, d.h. der Konnektor und die Kartenlesegeräte sind in die EDV-Infrastruktur der Apotheke integriert.
  • SMC-B-Karte (die digitale Identität der Apotheke) und elektronischer Heilberufsausweis (HBA, die digitale Identität der Apothekeninhaberin/des Apothekeninhabers) sind vorhanden und aktiviert.
    • Ihre approbierten Mitarbeiter:innen verfügen ebenfalls über einen eigenen Heilberufsausweis. Die Beantragung erfolgt über die zuständige Apothekerkammer Berlin.
      Aktuell ist eine Bestellung für angestellte Apothekerinnen noch nicht in großem Umfang möglich. Bitte beachten Sie die Informationen der Apothekerkammer Berlin zum HBA-Bestellprozedere für angestellte Apothekerinnen.
    • In Ihrer Apotheke tätige Pharmazie-Ingenieur:innen verfügen ebenfalls über einen eigenen Heilberufsausweis. Die Beantragung erfolgt über die gematik.
  • Die FIVERX-Schnittstelle zur Übertragung der E-Rezepte an Ihre Rezeptabrechnungsstelle ist aktiviert.
  • Die Apotheke verfügt über geeignete Scanner zum Einlesen des E-Rezept-Token (QR-Code). An den Kassenarbeitsplätzen sollte für Patient:innen und Kund:innen die Möglichkeit bestehen, den QR-Code selbst einzuscannen.
  • Die Apotheke verfügt über einen stabilen Zugang zum Internet mit entsprechender Bandbreite. Mit dem/den Softwaredienstleister/n und dem Telefon-/Internetanbieter der Apotheke ist ein Prozedere für den Fall schriftlich festgelegt und vereinbart, dass es zu einem Ausfall der Internetverbindung kommt. Alle Mitarbeiter:innen sind darüber informiert, was in einem solchen Fall zu tun ist.
  • Ihr Apothekensoftware-Dienstleister hat Sie selbst und Ihr Apothekenteam im Umgang mit dem E-Rezept und ihrer Apothekensoftware geschult.
    Das Apothekenteam ist in der Lage
    • Verfügbarkeitsanfragen zu bearbeiten.
    • Textnachrichten, die von Patient:innen über die E-Rezept-App an die Apotheke übermittelt werden, zeitnah zu bearbeiten.
    • E-Rezepte anzunehmen, zu bearbeiten, mit der SMC-B oder ggf. dem HBA zu signieren und für die Übertragung an die Rezeptabrechnungsstelle bereitzustellen.
    • erforderliche Korrekturen/Ergänzungen auf dem E-Rezept vorzunehmen.
    • E-Rezepte zu kontrollieren.
  • Die Apotheke ist im Apothekenportal (mein-apothekenportal.de) registriert. Service-Informationen der Apotheke (Öffnungszeiten, gesprochene Fremdsprachen, Botendienst etc.) sind vollständig erfasst. Die Service-Informationen werden in der E‑Rezept-App der gematik angezeigt.
  • Ihr Apothekenteam hat sich mit den Funktionen der E-Rezept-App der gematik vertraut gemacht und ist auch in der Lage anfragenden Kund:innen die Funktionen zu erklären.
    Bitten Sie daher mindestens eine/n Mitarbeiter:in Ihres Apothekenteams eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte (eGK) bei ihrer/seiner gesetzlichen Krankenkasse zu bestellen und sich den dazugehörigen PIN zu besorgen. Nur so können Sie sich einen Überblick über die volle Funktionalität der E-Rezept-App der gematik verschaffen.
  • Sie haben mit Ihren umliegenden Arztpraxen Kontakt aufgenommen und
    • wissen, ab wann dort E-Rezepte ausgestellt werden können.
    • haben möglichst mindestens einmal selbst gemeinsam mit jeder Arztpraxis getestet, ob Sie ein dort ausgestelltes E-Rezept in Ihrer Apotheke verarbeiten können. D.h. die Arztpraxis stellt ein E-Rezept zu Testzwecken für Sie oder eine/n Ihrer Mitarbeiter:innen aus, Sie scannen den E-Rezept-Token ein und prüfen damit, ob der Prozess bis dahin grundsätzlich funktioniert. Wenn Sie den Vorgang anschließend abbrechen und das E‑Rezept abweisen bzw. wieder freigeben, kann die Arztpraxis im Praxisverwaltungs­system oder die Testperson das E-Rezept in der App löschen oder den Ausdruck vernichten.
    • haben sich mit Ihren Hauptverordnern darauf verständigt, auf welchem Weg Sie künftig Rücksprache halten. Neben dem Telefon kommt dazu auch KIM (Kommunikation im Medizinwesen) oder eine hochsichere Chat-Anwendung infrage. KIM ist ein E-Mail-Dienst, über den Informationen und Daten über die TI versandt werden können. Die Chat-Anwendung wird als zusätzliche Komponente des Apothekenportals (mein-apothekenportal.de) derzeit entwickelt und ab August 2021 zur Verfügung stehen.
    • haben sich mit den Arztpraxen in Ihrer Umgebung dazu ausgetauscht, dass für den Fall, dass in Ihrer Apotheke die E-Rezept-Funktionalität ausfällt, Papierrezepte (Muster 16) ausgestellt werden müssen, da eine Versorgung allein auf Grundlage des E-Rezept-Ausdrucks unzulässig ist. E-Rezepte, für die die Praxis ersatzweise Papierrezepte (Muster 16) ausgestellt hat, sollten von der Praxis gelöscht werden, um Doppelversorgungen zu vermeiden.
Kategorie
Apotheken, E-Rezept
07.06.2021
Was ist mit einer Direktabrechnung der E-Rezepte, von der in letzter Zeit die Rede ist?

Direktabrechnung heißt, die Apotheke rechnet E-Rezepte (und ggf. auch Papierrezepte) selbst mit den gesetzlichen Krankenkassen ab und nutzt dafür eine Technologie (Plattform), die die Rezeptdaten so aufbereitet, dass die Datenlieferung an die Krankenkassen den gesetzlichen und vertraglichen Vorgaben entspricht. Dabei wird von Anbietern solcher Technologien der Eindruck vermittelt, dass Apotheken, die ein solches Angebot nutzen, die Abrechnungsgelder schneller von den gesetzlichen Krankenkassen bekämen als das bisher der Fall ist. Ob dies tatsächlich so ist, hängt maßgeblich von den Vereinbarungen ab, die zwischen dem Technologie-Anbieter und den Krankenkassen bzw. den Apotheken und den Krankenkassen zur Direktabrechnung geschlossen wurden. Besteht keine solche Vereinbarung, dürften die Regelungen in den Arzneiversorgungsverträgen zum Tragen kommen, die in der Regel eine monatliche Abrechnung vorsehen.

Die Apotheke, die über eine solche Direktabrechnung nachdenkt, sollte darüber hinaus genau prüfen, welche Leistungen über die Technologie konkret abgebildet werden und welche Leistungen, die üblicherweise durch die Rezeptabrechnungsstellen erbracht werden, künftig von der Apotheke selbst übernommen werden müssten und zu welchen Konditionen die Produkte, die weiterhin auf Papierrezepten verordnet werden können, dann abzurechnen sind.

Kategorie
Apotheken, E-Rezept
07.06.2021
Wie werden E-Rezepte abgerechnet?

Auch die vertragliche Grundlage für die Abrechnung von GKV-Rezepten, die Arzneimittelabrechnungsvereinbarung nach § 300 SGB V zwischen DAV und GKV‑Spitzenverband, ist in den vergangenen Monaten um weitere Regelungen für die E‑Rezept-Abrechnung ergänzt worden. Die Rahmenbedingungen stehen somit fest. Aktuell arbeiten die Rezeptabrechnungsstellen und die Krankenkassen bzw. deren Abrechnungsdienstleister daran, die E-Rezept-Abrechnung fristgerecht technisch umzusetzen. Dabei wird es zunächst zwei Verfahren geben. Ein großer Teil der gesetzlichen Krankenkassen wird zunächst und vermutlich auch für eine geraume Zeit die so genannte „Konverter-Lösung“ nutzen, bei der die E-Rezept-Abgabedatensätze so konvertiert werden, dass die Datenlieferung dem Format der Datenlieferung für die Papierrezepte entspricht. Die AOKen werden die E-Rezept-Abgabedatensätze in dem neuen in der Technischen Anlage 7 (TA7) festgelegten Format verarbeiten können.

Die erste „echte“ E-Rezept-Abrechnung wird Anfang August 2021 (Abrechnungsmonat Juli 2021) erstellt und an die Krankenkassen bzw. deren Dienstleister übertragen. Im Vorfeld werden im Rahmen der Testphase in Berlin und Brandenburg zu Testzwecken erzeugte Datensätze von den Rezeptabrechnungsstellen und den teilnehmenden Krankenkassen (AOK Nordost und IKK Brandenburg und Berlin) übertragen, um sicherzustellen, dass die echte Abrechnung Anfang August von den Krankenkassen angenommen und fristgerecht bezahlt werden kann.

Kategorie
Apotheken, E-Rezept, Praxis
07.06.2021
Was ist, wenn die TI ausfällt, der Arzt z.B. bei einem Hausbesuch Arzneimittel verordnet…, wenn das E-Rezept nicht funktioniert?

Sollte die E-Rezept-Ausstellung oder die E-Rezept-basierte Versorgung - aus welchen Gründen auch immer - nicht möglich sein, kann die Ärztin/ der Arzt für GKV-Versicherte auch weiterhin (auch nach dem 1. Januar 2022) für apothekenpflichtige Arzneimittel ein Muster-16-Papierrezept ausstellen.

Kategorie
Apotheken, E-Rezept
07.06.2021
Was ist bei der E-Rezept-basierten Versorgung GKV-Versicherter in der Apotheke zu beachten?

Bereits im vergangenen Jahr ist der Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung nach § 129 Abs. 2 SGB V um Regelungen zur E-Rezept-basierten Versorgung ergänzt worden. Die Regelungen zur Arzneimittelauswahl- und -versorgung GKV-Versicherter sind unverändert und gelten sowohl für die Papier- als auch für die E-Rezept-basierte Versorgung.

  • ordnungsgemäße elektronische Verordnung
    • Die elektronische Verordnung nach § 86 SGBV enthält die im Technischen Handbuch der Anlage 2b des Bundesmantelvertrages Ärzte (BMV-Ä) genannten Angaben sowie eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) der verschreibenden Person.
    • Elektronische Verordnungen müssen über die Dienste der Telematik-Infrastruktur (TI) nach § 291a Absatz 5d SGB V bereitgestellt werden.

  • Abgabedatensatz
    • Der Abgabedatensatz enthält die Angaben, die in der Apotheke auf Papierrezepte gedruckt bzw. handschriftlich aufgetragen werden, also abrechnungsrelevante Informationen, insbesondere zum abgegebenen Arzneimittel und zu Korrekturen und/oder Ergänzungen.
    • Der Abgabedatensatz ist mit der SMC-B (Institutionskarte der Apotheke, dient zur Identifikation der Apotheke in der TI) fortgeschritten elektronisch zu signieren, in bestimmten Fällen (s.u.) ist eine QES (mit dem HBA des für die Abgabe Verantwortlichen) erforderlich.
    • Dabei ist sicherzustellen, dass die für die Abgabe verantwortliche Person erkennbar ist.

  • Gültigkeit
    • Arzneimittelverordnungen dürfen aktuell längstens einen Monat nach Ausstellungsdatum zu Lasten der Krankenkasse beliefert werden. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Vorlage der Verordnung in der Apotheke.
    • Der Zeitpunkt des Abrufs des E-Rezepts aus der TI entspricht dem Zeitpunkt der Vorlage des Papierrezepts in der Apotheke.

  • Korrekturen und Ergänzungen
    • Über Eingabefelder besteht die Möglichkeit, Korrekturen und Ergänzungen des Verordnungsdatensatzes vorzunehmen.
    • Der von der Ärztin / dem Arzt erstellte und signierte Verordnungsdatensatz bleibt unverändert.
    • Die Korrekturen und Ergänzungen der Apotheke werden dem Abgabedatensatz hinzugefügt, der vom Warenwirtschaftssystem erzeugt wird, und sind mit dem HBA der/des Abgebenden oder der Person, die die Abgabe beaufsichtigt hat, qualifiziert zu signieren.

  • Abweichungen von der Abgaberangfolge
    • Ist kein rabattbegünstigtes, kein preisgünstiges Fertigarzneimittel oder preisgünstiges Importarzneimittel verfügbar, hat die Apotheke das Sonderkennzeichen im Abgabedatensatz anzugeben. In diesen Fällen ist ebenfalls eine QES (s.o.) erforderlich.
    • Auch in weiteren Fällen einer Abweichung von der Abgaberangfolge (Dringender Fall, Pharmazeutische Bedenken) ist eine QES erforderlich.

  • Wunscharzneimittel
    • Verlangt ein Versicherter gegen Kostenerstattung ein anderes wirkstoffgleiches Fertigarzneimittel als das nach den Vorschriften des Rahmenvertrages auszuwählende Arzneimittel, gibt die Apotheke das vereinbarte Sonderkennzeichen im Abgabedatensatz an.
    • Der Abgabedatensatz ist mit einer QES zu signieren.
    • Der Versicherte erhält einen Ausdruck des Dispensierdatensatzes und der von der TI erzeugten Quittung.
Kategorie
Apotheken, E-Rezept, Praxis
07.06.2021
Was darf auf dem E-Rezept verordnet werden?

Ab dem 1. Juli 2021 können zunächst ausschließlich apothekenpflichtige Arzneimittel (Fertigarzneimittel und Rezepturen) per E-Rezept verordnet werden. Das gilt weiterhin auch für die verpflichtende E-Rezept-Nutzung ab dem 1. Januar 2022. Ausnahme: Die E-Rezept-basierte Verordnung von Betäubungsmitteln und Arzneimitteln, die auf T-Rezepten verordnet werden müssen, soll erst am 1. Januar 2023 beginnen.

In der Regel wird das Praxisverwaltungssystem die Ärzt:innen informieren, ob für das zu verordnende (ausgewählte) Produkt ein E-Rezept oder ein Papierrezept auszustellen ist. Allerdings haben die Ärzt:innen auch die Möglichkeit, so genannte Freitext-E-Rezepte auszustellen. D.h. sie können im Verordnungsfeld Freitexteingaben vornehmen. E-Rezepte, auf denen Ärzt:innen Nichtarzneimittel (z.B. arzneimittelähnliche Medizinprodukte, Verbandmittel oder Teststreifen) verordnet haben, darf die Apotheke nicht versorgen. In einem solchen Fall ist ein Papierrezept (Muster 16) weiterhin zwingend erforderlich.

Kategorie
Apotheken, E-Rezept, Praxis
07.06.2021
Wie sieht die E-Rezept-App der gematik aus?

Voraussichtlich ab dem 1. Juli 2021 wird die E-Rezept-App der gematik in den App Stores von Apple und Google zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen. Um den vollen Funktionsumfang der gematik‑App nutzen zu können, benötigen GKV-Versicherte eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte (NFC steht für Near Field Communication und dürfte Ihnen z.B. durch neuere EC-Karten bereits bekannt sein) und ein NFC-fähiges Endgerät. Ob eine eGK diese Eigenschaft bereits besitzt, lässt sich an zwei Merkmalen erkennen:

  • CAN (6-stellige Nummer, oben rechts auf der eGK unter der schwarz-rot-goldenen Linie)
  • Kontaktloszeichen (links neben dem G des Schriftzugs „Gesundheitskarte“)

Um den Anmeldeprozess in der App abzuschließen, ist außerdem noch eine PIN erforderlich, die GKV-Versicherte ebenfalls bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse beantragen und in der Regel in einer Geschäftsstelle persönlich abholen müssen. Aktuell verfügen lediglich nur 10 % der GKV-Versicherten über eine NFC-fähige eGK. Der Anteil derer, die darüber hinaus auch bereits eine PIN haben, ist verschwindend gering.

Daher ist davon auszugehen, dass der Großteil der E-Rezepte zunächst mit dem E‑Rezept‑Ausdruck in die Apotheke gelangt. Die Nutzung der gematik-App wird erst nach und nach an Bedeutung gewinnen.

Allerdings kann die gematik-App auch ohne den eGK-basierten Registrierungsprozess genutzt werden, um die / den auf dem Ausdruck aufgebrachten QR-Code/s auszulesen. Die App ist dann jedoch nur in der Lage, den QR-Code anzuzeigen. Informationen zu dem verordneten Arzneimittel sind in diesem Modus nicht verfügbar.

Funktionen, die künftig in der gematik-App für angemeldete Nutzer (NFC-eGK & Pin) zur Verfügung gestellt werden sollen:

  • Verfügbarkeitsanfrage
    • Patient:innen können über die gematik-App eine Verfügbarkeitsanfrage an bis zu drei Apotheken ihrer Wahl senden.
    • Die Apotheke/n kann / können die Verfügbarkeit bestätigen. Einige Warenwirtschafts­system­anbieter haben angekündigt, den Apotheken eine Funktionalität zur Verfügung zu stellen, bei der die Verfügbarkeitsbestätigung automatisch, d.h. ohne Zutun des pharmazeutischen Personals versandt wird. Auch wenn nachvollziehbar ist, dass Patient:innen erwarten, dass die Apotheke möglichst umgehend antwortet, ist eine automatisierte Antwort ohne pharmazeutische Prüfung sowohl unter praktischen als auch unter berufspolitischen Gesichtspunkten nicht sinnvoll. Denn die Patient:innen erwarten nicht nur eine schnelle, sondern auch eine korrekte und verlässliche Antwort von ihrer Apotheke. Dies umfasst auch eine pharmazeutische Prüfung, z.B. ob das verordnete Arzneimittel für die Patientin/den Patienten auch geeignet ist. Diese Prüfung muss zwingend durch pharmazeutisches Personal erfolgen. Führt die Apotheke diese Prüfung erst durch, wenn die Patient:innen in der Apotheke sind und das Arzneimittel abholen wollen, und kann aufgrund von Bedenken keine sofortige Versorgung vorgenommen werden, wird dies auf Seiten der Patient:innen für Unverständnis sorgen. Dies gilt wahrscheinlich auch dann, wenn in der Verfügbarkeitsbestätigung explizit darauf hingewiesen wird, dass es sich um eine automatisch generierte Antwort handelt, mit der lediglich das Vorhandensein des nach den geltenden vertraglichen Regelungen abzugebenden Arzneimittels in der Apotheke bestätigt wird.

  • Übertragung des E-Rezepts an eine Apotheke
    • Patient:innen können ihr/e E-Rezept/e mit der App an eine Apotheke übertragen. Dazu wählen sie in der Übersicht eine Apotheke aus und weisen der ausgewählten Apotheke durch Auswahl einer der zur Verfügung stehenden Optionen (zur Abholung reservieren, Botendienst anfordern, per Versand liefern lassen) den QR-Code (E-Rezept-Token) zu. Damit werden die verordneten Arzneimittel in der ausgewählten Apotheke verbindlich bestellt. Eine Übertragung an eine weitere Apotheke ist zwar möglich, diese weitere Apotheke kann dann aber das E-Rezept nicht abholen, weil der Datensatz bereits von einer beliefernden Apotheke „blockiert“ wird.
    • Kann die Apotheke den Patienten nicht mit dem Arzneimittel versorgen, hat sie die Möglichkeit, das zugewiesene E-Rezept abzuweisen. Im Anschluss daran kann der E‑Rezept-Token durch die Patientin / den Patienten an eine andere Apotheke übertragen werden.

  • E-Rezept-bezogene Kommunikation mit der Apotheke
    • Patient:innen können mit der Apotheke über die gematik-App kommunizieren. Allerdings ist dies immer nur in Verbindung mit einem an eine Apotheke übertragenen, aber noch nicht in der Apotheke eingelösten E-Rezept und mit einem sehr begrenzten kontextabhängigen Funktionsumfang möglich.
Kategorie
Apotheken, E-Rezept, Praxis
07.06.2021
Wie sieht das E-Rezept aus?

Das E-Rezept (der Verordnungsdatensatz) selbst wird vom Arzt / von der Ärztin im Praxisveraltungssystem (PVS) ausgestellt, anschließend mit dem Heilberufsausweis (HBA) signiert und über die Telematikinfrastruktur (TI) verschlüsselt an den E-Rezept-Fachdienst der gematik übertragen und dort gespeichert. Für Patient:innen, die die E-Rezept-App der gematik nach Anmeldung am E-Rezept-Fachdienst der gematik mit dem vollen Funktionsumfang nutzen (können), überträgt der E-Rezept-Fachdienst den E-Rezept-Token (QR-Code, „Patienten-Schlüssel“ für das E‑Rezept) direkt in die E-Rezept-App der gematik. Patient:innen, die die gematik-App nicht nutzen, erhalten einen Ausdruck (s/w) im DIN A5-Format.

Für jede Rezeptzeile wird künftig ein gesondertes E-Rezept erstellt. Auf dem Ausdruck können bis zu drei E-Rezept-Token aufgedruckt sein. Jedes E-Rezept kann separat mit dem jeweiligen QR-Code (untere Hälfte des Ausdrucks) über das Warenwirtschaftssystem der Apotheke vom E-Rezept-Fachdienst abgerufen werden, über den Sammelcode oben rechts auf dem E‑Rezept-Ausdruck werden alle E-Rezepte gleichzeitig abgerufen.

Wichtig: Der Ausdruck ist nicht unterschrieben und daher kein Rezept, er dient ausschließlich zum Transport des E-Rezept-Tokens. Ist/sind der/die E-Rezept-Token nicht lesbar und kann die Apotheke demzufolge das E-Rezept nicht aus der TI abrufen, kann keine Versorgung mit dem/den verordneten Arzneimittel/n erfolgen.

Kategorie
Apotheken, E-Rezept, Praxis, Technologiepartner
09.03.2021
Kann ein E-Rezept gelöscht werden?

Arztpraxis

Die Arztpraxis kann beantragen, dass ein ausgestelltes E-Rezept gelöscht werden soll. Da das E-Rezept bereits dem Patienten/der Patientin übergeben wurde, ist nur eine Beantragung möglich. Das E-Rezept ist hierdurch nicht gelöscht, die Apotheke sieht jedoch diese Beantragung und kann entsprechend reagieren.

Apotheke

Die Apotheke, an die das E-Rezept übertragen wurde, ist in der Lage das E-Rezept zu löschen. Dieses E-Rezept kann damit nicht mehr beliefert werden.

Weitere Informationen finden sich auch den FAQ-Seiten für Ärzte und Apotheker der gematik.

In­ter­es­se an der Test­pha­se - Apo­the­ken

Sie sind an einer Teilnahme an der Testphase in der Fokusregion Berlin-Brandenburg interessiert? Dann nutzen Sie das Apothekenportal für Ihre Anmeldung.